In Österreich sind 300.000 Menschen alkoholkrank und weitere 900.000 gelten als alkoholgefährdet. Das bedeutet, dass 14,5 % aller Österreicher ein Alkoholproblem haben. 8000 Österreicher sterben jährlich direkt oder indirekt an den Folgen von Alkoholkonsum. Was noch erschreckender ist: Knapp 10 Prozent der 13-Jährigen haben Alkohol schon mehr als 40 Mal konsumiert. 35 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und 38 Prozent der gleichaltrigen Schüler waren schon mindestens zwei Mal betrunken. Damit liegt Österreich laut WHO-Studie im europäischen Spitzenfeld. Viele Stellen arbeiten daran, für Jugendliche Alternativen zur Trinkkultur zu schaffen, diese zu unterstützen und zu fördern.
Genau dies tut auch die neugeschaffene Initiative des Kulturverein Kunstbox in Seekirchen, die versucht, auf attraktive Alternativen zu alkoholischen Getränken hinzuweisen und nicht mit erhobenen Zeigefinger auf die Gefahren des Alkohols. Das Konzept ist denkbar einfach. Glaubwürdige, in der jeweiligen Szene verankerte Jugendliche und junge Menschen geben öffentlich ihre Meinung dazu ab. Junge Menschen, die Alkohol nicht ablehnen, sondern Alkohol einfach nicht brauchen. Weder um cool zu wirken, noch um irgendwie in Stimmung zu kommen. Es geht nicht darum, Alkohol zu verbieten und zu dämonisieren, es geht darum, Alkohol die Strahlkraft zu nehmen.
Der wesentliche Schritt ist die Schaffung eines entsprechenden Angebotes: es gibt für jedes gängige alkoholhaltige Getränk eine interessante alkoholfreie Alternative, die Preise liegen idealerweise unter jenen der alkoholhaltigen Getränke. Dieses Angebot sowie die Statements und Fotos der jungen Menschen werden vorwiegend in einer Postkartenserie kommuniziert. Die Aktion konzentriert sich im Wesentlichen auf einen Ort: die Foyer-Bar im Kulturhaus Emailwerk.
Angemerkt sei, dass dieses Konzept weder eine noch nie dagewesene noch eine besonders neue Strategie darstellt - außer dass die Maßnahmen sich primär aus dem lokalen Umfeld ergeben und dadurch weit weniger „Anonymität“ aufweisen wie z.B. überregionale Kampagnen von Suchtpräventions-Stellen oder Jugend-Organisationen. Der Kulturverein Kunstbox will einen kleinen Baustein liefern in der Alkohol-Präventionsarbeit und damit auch zur Nachahmung anregen.
Donnerstag, 11. Juni 2009
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